Berlin, 28. April 2011
Zur aktuellen Statistik zu den Selbstständigen in den Freien Berufen erklärt BFB-Hauptgeschäftsführer Arno Metzler:
„Die Zahl der Selbstständigen in den Freien Berufen ist zum Jahresbeginn von 1.114.000 auf 1.139.000 gestiegen. Dies ist ein Plus von 2,24 Prozent. Auch wenn der Zuwachs nicht ganz so üppig ausfällt wie in den vergangenen sieben Jahren, die Freien Berufe sind ein Wachstumssektor und untermauern ihre Position als wirtschaftliches, gesellschaftliches und damit politisches Schwergewicht, erwirtschaften sie doch jeden zehnten Euro.
Dies leisten sie gemeinsam mit ihren Mitarbeitern. Als Arbeitgeber konnten die Freien Berufe erneut zulegen. Die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten (ohne Auszubildende) stieg um 1,3 Prozent, von 2.668.000 auf ca. 2.703.000. Die Zahl der Auszubildenden zog sogar um 2,4 Prozent an, von 125.000 auf 128.000. In Summe ist die Zahl derer, die als Selbstständige in den Freien Berufen tätig sind oder dort beschäftigt werden um 1,6 Prozent gestiegen, von 4.129.000 auf 4.195.000.
Der Zuwachs fällt in den vier Säulen der Freien Berufe unterschiedlich aus: Mit plus 2,9 Prozent sind die Freien Kulturberufe von 277.000 auf 285.000 am stärksten gewachsen. Um 2,5 Prozent legten die freien technisch-naturwissenschaftlichen Berufe zu, die Zahl kletterte von 199.000 auf 204.000. Ein Plus von 2,3 Prozent verzeichnen die freien rechts-, wirtschafts- und steuerberatenden Berufe, die von 303.000 auf 310.000 zulegten. Die freien Heilberufe zogen an um 1,5 Prozent, von 335.000 auf 340.000. Zudem lässt sich feststellen, dass das Plus von 0,2 Prozent in den berufsrechtlich geregelten Freien Berufen kaum merklich ist, während bei den nicht verkammerten Freien Berufen ein Anstieg von 3,7 Prozent stattfand.
Der wirtschaftliche Aufschwung hat offenbar zu einer Verschiebung insbesondere bei den berufsrechtlich geregelten Freien Berufen geführt. Gerade diejenigen, die in den ersten Gründerjahren Anlaufschwierigkeiten haben, scheinen dazu zu tendieren, von der Selbstständigkeit in die abhängige Beschäftigung zu wechseln.
Auch zeigen sich die große Dynamik und die prägende Speerspitzenstellung, welche die Freien Berufe bei der Entwicklung hin zur Dienstleistungsgesellschaft haben. Neue Berufsbilder sind bei den Freien Berufen ein etabliertes Phänomen, verstärkt durch den Trend zur Spezialisierung. Aktuelle Beispiele etwa wären der Wissens-Scout, der Allergieberater, der Informationsarchitekten oder der Migrationsberater.
Das Gründungsgeschehen in Freien Berufen ist seit Jahren hoch und könnte noch höher sein, wenn die Rahmenbedingungen für Existenzgründer besser wären. Die Bereitschaft sich selbstständig zu machen, könnte durch eine Anschubfinanzierung von staatlicher Seite zunehmen. Auch ist dringend darauf hinzuwirken, Finanzierungsmöglichkeiten besser auf Freie Berufe zuzuschneiden, da hier klassische harte Sicherheiten eher die Ausnahme sind, aber regelmäßig zur Besicherung gefordert werden.
Die Verantwortlichen sind aufgefordert, die besonderen Wachstumspotenziale der Freien Berufe und den bei ihnen existierenden Leistungswettbewerb anzuerkennen. Es sind den Strukturen feste Marktregeln zu geben, die sie für ihren Bereich benötigen. Im Sinne des Verbraucherschutzes und des Gemeinwohls kann ein feilschender Preiswettbewerb dabei nicht die Leitplanke sein. Schlussendlich muss der Staat sich selbst entlasten und neue Märkte für die Freien Berufe erschließen, indem weitere hoheitliche Aufgaben übertragen werden.“
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Der BFB als Spitzenorganisation der freiberuflichen Kammern und Verbände vertritt die Interessen der über eine Million selbstständigen Freiberufler. Diese beschäftigen über drei Millionen Mitarbeiter – darunter ca. 128 Tausend Auszubildende. Gemeinsam mit ihren Mitarbeitern erarbeiten Freiberufler 10,1 Prozent des Bruttoinlandsproduktes und erwirtschaften so jeden zehnten Euro.
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