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Leitbild der Freien Berufe

Freie Berufe haben in der Bun­des­re­pu­blik Deutsch­land einen fes­ten Platz, sozu­sa­gen als Schar­nier zwi­schen Bür­ger und Staat. Gleich­wohl wer­den sie öffent­lich nicht als Gruppe oder Ein­heit wahr­ge­nom­men. Nicht wenige Bür­ger wis­sen mit dem Begriff Freier Beruf nicht viel anzu­fan­gen, auch wenn sie im per­sön­li­chen Bereich oft mit Heil­be­ruf­lern, Rechts­an­wäl­ten, Steu­er­be­ra­tern und ande­ren zu tun haben. Diese Selbst­ver­ständ­lich­keit der Inan­spruch­nahme von Leis­tun­gen von Frei­be­ruf­lern auf der einen Seite und die man­gelnde Wahr­neh­mung als Gruppe im Staats­ge­füge ver­an­lass­ten den Bun­des­ver­band und die Lan­des­ver­bände der Freien Berufe wis­sen­schaft­lich unter­su­chen zu las­sen, was Frei­be­ruf­ler aus­zeich­net und ver­bin­det. Wir such­ten nach der Iden­ti­tät von Frei­be­ruf­lern oder neu­deutsch wir such­ten nach Allein­stel­lungs­merk­ma­len.

Leitsatz 1

Freie Berufe übernehmen Verantwortung und dienen dem Gemeinwohl.

Freie Berufe ste­hen im Dienste wich­ti­ger Gemein­gü­ter wie der Gesund­heit, des Rechts­staa­tes, der Sicher­heit, der Spra­che und der Kunst. Indem sie in die­sen Berei­chen ihre Dienst­leis­tun­gen anbie­ten, erfül­len Freie Berufe einen bedeu­ten­den gesell­schaft­li­chen Auf­trag und schaf­fen einen Wert für die Gesamt­ge­sell­schaft.

Leitsatz 2

Freie Berufe sind Teil einer freiheitlichen Gesellschaft.

Freie Berufe sind Aus­druck einer frei­heit­lich-demo­kra­ti­schen, rechts­staat­lich ver­fass­ten Grund­ord­nung. Die Frei­heit der Berufs­aus­übung wird dadurch ein­ge­schränkt, dass sich die Berufs­trä­ger in freier Wil­lens­ent­schei­dung sitt­li­chen und öffent­lich recht­li­chen Pflich­ten unter­wer­fen. Diese Bin­dun­gen die­nen zuvor­derst der Erfül­lung der beson­de­ren Gemein­wohl­ver­pflich­tung der Freien Berufe.

Leitsatz 3

Freie Berufe schützen Vertrauen.

Für Freie Berufe hat der Schutz des Ver­trau­ens­ver­hält­nis­ses zu ihren Kli­en­ten oberste Prio­ri­tät. Dazu gehört die abso­lute Ver­schwie­gen­heit im Sinne der Wah­rung des Berufs­ge­heim­nis­ses, das Ein­tre­ten für die wohl­ver­stan­de­nen Inter­es­sen der Kli­en­ten und das Ver­mei­den jeg­li­cher Inter­es­sen­kon­flikte.

Leitsatz 4

Freie Berufe erbringen höchste Qualität.

Freie Berufe erbrin­gen wis­sens­ba­sierte Dienst­leis­tun­gen auf hohem Niveau. Die Qua­li­tät wird durch hohe Anfor­de­run­gen an Aus-, Fort- und Wei­ter­bil­dung und durch ein Sys­tem der kol­le­gia­len Selbst­kon­trolle sicher­ge­stellt. Ein effek­ti­ves, von den Inter­es­sen Drit­ter unab­hän­gi­ges Fort­bil­dungs­sys­tem sollte die Grund­lage dafür schaf­fen, dass Freie Berufe künf­ti­gen Anfor­de­run­gen kom­pe­tent begeg­nen und inter­na­tio­nal wett­be­werbs­fä­hig blei­ben kön­nen.

Leitsatz 5

Freie Berufe sind fachlich unabhängig.

Freie Berufe sind fach­lich und von den Inter­es­sen Drit­ter unab­hän­gige Dienst­leis­ter, die ihren Beruf in Eigen­ver­ant­wor­tung aus­üben. Sie sind unab­hän­gig in der Bil­dung ihres Urteils und erbrin­gen indi­vi­dua­li­sierte Leis­tun­gen. Dabei tra­gen sie die volle Ver­ant­wor­tung für ihr Han­deln.

Leitsatz 6

Freie Berufe erbringen ihre Leistungen persönlich.

Freie Berufe erbrin­gen ihre Leis­tun­gen den Kli­en­ten stets per­sön­lich. Nur ein gerin­ger Teil ihrer Leis­tun­gen lässt sich an gerin­ger Qua­li­fi­zierte dele­gie­ren. Denn die frei­be­ruf­li­che Leis­tung ist aufs Engste mit der Per­son des Frei­be­ruf­lers, sei­nem Wis­sen, sei­ner Kom­pe­tenz und sei­ner Krea­ti­vi­tät ver­bun­den.

Leitsatz 7

Freie Berufe sind verlässliche Partner.

Freie Berufe pfle­gen ein Berufs­ethos. Es umfasst mora­li­sche Stan­dards für gute frei­be­ruf­li­che Berufs­aus­übung. In ihrem Han­deln soll­ten sich Freie Berufe nicht pri­mär von Erwerbs­aus­sich­ten, son­dern von ihrem Berufs­ethos lei­ten las­sen. Die­ses unter­schei­det sie wesent­lich von rein kom­mer­zi­el­len Dienst­leis­tern.

Leitsatz 8

Freie Berufe setzen auf eine transparente Selbstverwaltung.

Freie Berufe und Selbst­ver­wal­tung als frei­be­ruf­li­ches Orga­ni­sa­ti­ons­prin­zip gehö­ren zusam­men. Die Selbst­ver­wal­tung sollte im Inter­esse der Kli­en­ten geschützt und opti­miert wer­den. Sie sollte effi­zi­ent und trans­pa­rent sein und sich am Wohl der Gesell­schaft ori­en­tie­ren.

Leitsatz 9

Freie Berufe investieren in Ausbildung.

Freie Berufe kom­men einer hohen gesell­schafts­po­li­ti­schen Ver­ant­wor­tung nach, indem sie jun­gen Men­schen Aus­bil­dungs­plätze in Beru­fen mit über­durch­schnitt­li­chen Arbeits­markt­per­spek­ti­ven anbie­ten. So tra­gen die Freien Berufe im Sinne des EG-Ver­tra­ges zum regio­na­len und sozia­len Zusam­men­halt in Europa bei.

Leitsatz 10

Freie Berufe stehen für ein innovatives Europa.

Freie Berufe bil­den einen Schlüs­sel­sek­tor der euro­päi­schen Wirt­schaft. Als Trieb­fe­der für Wett­be­werb und Inno­va­tion leis­ten sie einen wich­ti­gen Bei­trag zur Rea­li­sie­rung der Lis­sa­bon-Stra­te­gie. Die mit­tel­stän­di­sche Struk­tur der Freien Berufe ermög­licht lang­fris­tig eine Siche­rung des Leis­tungs­wett­be­werbs in Europa. Dank ihrer Nähe zu den Kli­en­ten pas­sen sich Freie Berufe fle­xi­bel an sich ver­än­dernde Bedürf­nisse an.

Her­aus­ge­ber: Bun­des­ver­band der Freien Berufe (BFB) Ber­lin

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