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GKV-Beitragsstabilisierungsgesetz – Thüringer Heilberufe nehmen Stellung

12.05.2026/we. Das Bünd­nis Thü­rin­ger Heil­be­rufe nimmt zum Ent­wurf der Bun­des­re­gie­rung des GKV-Bei­trags­sta­bi­li­sie­rungs­ge­setz in einem am 12.05.2026 ver­öf­fent­lich­ten Offe­nen Brief Stel­lung. Darin wei­sen die Ver­fas­ser u.a. dar­auf hin, dass nicht die ambu­lan­ten Ver­sor­ger die Kos­ten­trei­ber im Gesund­heits­we­sen sind.

Wört­lich heißt es im Offe­nen Brief: »Mit einem Anteil von weni­ger als einem Vier­tel an den Gesamt­aus­ga­ben der GKV gewähr­leis­ten sie die Ver­sor­gung von etwa 97 Pro­zent aller Behand­lungs­fälle. Die ambu­lante Ver­sor­gung ist damit nicht das Pro­blem unse­res Gesund­heits­sys­tems – sie ist seine effi­zi­en­teste und tra­gende Säule. Mit dem geplan­ten GKV-Bei­trags­satz­sta­bi­li­sie­rungs­ge­setz wer­den jedoch Maß­nah­men vor­ge­se­hen, die tief in diese funk­tio­nie­ren­den Ver­sor­gungs­struk­tu­ren ein­grei­fen und deren Leis­tungs­fä­hig­keit nach­hal­tig gefährden.«

Die Ver­fas­ser nen­nen auch die von ihnen befürch­te­ten Fol­gen: « län­gere War­te­zei­ten, erschwerte Ter­min­ver­ga­ben und ein schlech­te­rer Zugang zu not­wen­di­ger Behand­lung – ins­be­son­dere bei aku­ten, chro­ni­schen oder psy­chi­schen Erkran­kun­gen. Leis­tun­gen, die bis­lang kurz­fris­tige Ter­mine und eine schnel­lere Ver­sor­gung ermög­licht haben, wür­den ein­ge­schränkt oder ent­fal­len. Gerade in einem Flä­chen­land wie Thü­rin­gen trifft dies die Bevöl­ke­rung beson­ders spürbar.«

Betrof­fen seien nahezu alle Berei­che der medi­zi­ni­schen, zahn­me­di­zi­ni­schen Ver­sor­gung und der Arz­nei­mit­tel­ver­sor­gung. Beklagt wird, dass das Gesetz  die ambu­lante Ver­sor­gung zuneh­mend an finan­zi­el­len Ober­gren­zen statt am tat­säch­li­chen Bedarf aus­rich­ten soll. »Zugleich ent­steht ein grund­le­gen­der Wider­spruch zu den gesund­heits­po­li­ti­schen Ziel­set­zun­gen der Bun­des­re­gie­rung. Wäh­rend der Aus­bau der ambu­lan­ten Ver­sor­gung, die Stär­kung der Prä­ven­tion und der Auf­bau eines leis­tungs­fä­hi­gen Pri­mär­ver­sor­gungs­sys­tems ange­strebt wer­den, begren­zen die vor­ge­se­he­nen Maß­nah­men genau die dafür not­wen­di­gen finan­zi­el­len und struk­tu­rel­len Vor­aus­set­zun­gen.« Das gesund­heits­po­li­ti­sche Ziel eines »20-Minu­ten-Lan­des« sei so kaum noch zu realisieren.

Der offene Brief schließt mit einem kon­kre­ten For­de­rungs­ka­ta­log an die Poli­tik, der vom LFB Thü­rin­gen e.V. als Mit­un­ter­zeich­ner aus­drück­lich unter­stützt wird.

Zum offe­nen Brief gelan­gen Sie über fol­gen­den Link:

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