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Marktstrukturanalyse – exklusive Untersuchung der Wirtschaftsprüferkammer

Ber­lin, 24. Novem­ber 2025 – Die Ergeb­nisse der Markt­struk­tur­ana­lyse der Wirt­schafts­prü­fer­kam­mer (WPK) für das Jahr 2024 (www.wpk.de/marktstrukturanalyse/) zei­gen eine zuneh­mend dyna­mi­sche Ent­wick­lung im deut­schen Prüfungsmarkt.

Die WPK hat zwi­schen 2023 und 2024 84 Prü­fer­wech­sel bei kapi­tal­markt­ori­en­tier­ten Unter­neh­men im Sinne des § 264d Han­dels­ge­setz­buch (HGB) ermit­telt. Das ent­spricht einem gegen­über den Vor­jah­ren auf­fal­lend erhöh­ten Anteil von 20,4 %. In 34 Fäl­len blieb das jewei­lige Prü­fungs­man­dat inner­halb der Gruppe der »Big Four«-Gesellschaften Deloitte, EY, KPMG und Pri­ce­wa­ter­hous­e­Coo­pers. 13 Man­date blie­ben inner­halb der Gruppe von Gesell­schaf­ten mitt­le­rer Größe, wei­tere 16 inner­halb der Gruppe klei­ne­rer Pra­xen. Bei den grup­pen­über­grei­fen­den Prü­fer­wech­seln haben – wie bereits in den Vor­jah­ren – ins­ge­samt mehr Abschluss­prü­fun­gen von einer grö­ße­ren zu einer klei­ne­ren Wirt­schafts­prü­fer­pra­xis gewech­selt als umgekehrt.

Hin­sicht­lich der Anzahl der Prü­fungs­man­date sowie der zuge­hö­ri­gen Prü­fungs- und Gesamt­ho­no­rare ist im Seg­ment der kapi­tal­markt­ori­en­tier­ten Unter­neh­men zwar wei­ter­hin eine sehr hohe Kon­zen­tra­tion auf die vier gro­ßen Wirt­schafts­prü­fungs­ge­sell­schaf­ten fest­zu­stel­len. Jedoch ist eben­falls erkenn­bar, dass deren rela­tive Anteile in allen drei unter­such­ten Berei­chen im Jah­res­ver­gleich rück­läu­fig sind. Es haben Ver­schie­bun­gen zuguns­ten der Anteile klei­ne­rer und ins­be­son­dere mitt­le­rer Wirt­schafts­prü­fer­pra­xen stattgefunden.

Von den Abschluss­prü­fun­gen bei dem Kapi­tal­markt nahe­ste­hen­den sons­ti­gen Unter­neh­men, die keine Unter­neh­men von öffent­li­chem Inter­esse sind, wur­den 55,1 % von Wirt­schafts­prü­fer­pra­xen durch­ge­führt, die weder den gro­ßen Wirt­schafts­prü­fungs­ge­sell­schaf­ten noch den Next 12-Netz­wer­ken ange­hö­ren (2023: 54,7 %; 2022: 51,9 %). Anders als bei der Prü­fung kapi­tal­markt­ori­en­tier­ter Unter­neh­men war in die­sem Markt­seg­ment bereits in den Vor­jah­ren ein Mehr­heits­an­teil der klei­ne­ren Wirt­schafts­prü­fer­pra­xen zu ver­zeich­nen. Die­ser hat sich im Berichts­zeit­raum ste­tig erhöht.

Diese Ergeb­nisse aus den Unter­su­chun­gen in den ver­schie­de­nen Markt­seg­men­ten unter­strei­chen die Bedeu­tung und den wesent­li­chen Bei­trag, den auch die klei­ne­ren und mitt­le­ren Wirt­schafts­prü­fer­pra­xen zum Funk­tio­nie­ren des Kapi­tal­mark­tes leisten.

Wei­tere Untersuchungsergebnisse:

  • Bei der Ent­wick­lung des durch­schnitt­li­chen Anteils der Nicht-Abschluss­prü­fungs­leis­tun­gen an den bei kapi­tal­markt­ori­en­tier­ten Unter­neh­men erziel­ten Gesamt­ho­no­ra­ren setzt sich der Trend der Vor­jahre fort: In die­sem Markt­seg­ment wer­den zuneh­mend weni­ger Nicht-Abschluss­prü­fungs­leis­tun­gen erbracht. Die Gesamt­ho­no­rare der Wirt­schafts­prü­fer­pra­xen, die kapi­tal­markt­ori­en­tierte Unter­neh­men prüf­ten, betru­gen im Jahr 2024 rund 886 Mio. Euro. Davon ent­fie­len rund 129 Mio. Euro auf Nicht-Abschluss­prü­fungs­leis­tun­gen, was einem Anteil von 14,6 % ent­spricht (2023: 15,4 %; 2022: 19,8 %).
  • Der Anteil der in gro­ßen Wirt­schafts­prü­fungs­ge­sell­schaf­ten täti­gen Wirt­schafts­prü­fer und ver­ei­dig­ten Buch­prü­fer (WP/vBP) an der Gesamt­zahl der WP/vBP beträgt im Jah­res­ver­gleich nahezu kon­stant 19,6 %. Der Anteil der in Next 12-Netz­wer­ken täti­gen WP/vBP liegt bei 14,3 % und der Anteil der in klei­ne­ren Wirt­schafts­prü­fer­pra­xen täti­gen WP/vBP bei 66,1 %.
  • Der Trend zu einer stär­ke­ren Ver­net­zung von Wirt­schafts­prü­fer­pra­xen und zur Grün­dung grö­ße­rer Ein­hei­ten hält wei­ter an. Ende 2024 waren 501 Netz­werke (2023: 488; 2022: 480) im Berufs­re­gis­ter der WPK regis­triert. Die­sen waren 929 Wirt­schafts­prü­fer­pra­xen (2023: 918; 2022: 921) angeschlossenen.
  • Ins­ge­samt prüf­ten 51 Wirt­schafts­prü­fer­pra­xen 912 Man­date von Unter­neh­men von öffent­li­chem Inter­esse im Sinne des § 316a HGB (2023: 51 WP-Pra­xen und 938 Man­date; 2022: 53 WP-Pra­xen und 964 Mandate).

Die Ana­lyse der WPK bie­tet Ein­bli­cke in die Struk­tur des Wirt­schafts­prü­fungs­mark­tes in Deutsch­land. Grund­lage bil­den Daten aus dem Berufs­re­gis­ter, die in die­ser Form exklu­siv der WPK vor­lie­gen. Sie wer­den um wei­tere empi­risch ermit­telte Daten ergänzt. Als Quel­len die­nen dabei die Ver­öf­fent­li­chun­gen im Bun­des­an­zei­ger und Unter­neh­mens­re­gis­ter, die von der Bun­des­an­stalt für Finanz­dienst­leis­tungs­auf­sicht bereit­ge­stell­ten Unter­neh­mens­lis­ten sowie die Trans­pa­renz­be­richte der Prü­fer der Unter­neh­men von öffent­li­chem Interesse.

Die Pres­se­er­klä­rung der Wirt­schafts­prü­fer­kam­mer fin­den sie hier.

 

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